Hochzeitsfotograf

Gewiss kennen die meisten von uns die Hochzeitsfotos unserer Groß- oder gar Urgroßeltern, auf denen das Paar starr nebeneinander steht und gebannt in die Kamera starrt. Im Verlauf der Jahrzehnte wandelten sich nicht nur die technischen Möglichkeiten, sondern auch die Wünsche der Brautpaare änderten sich. Ganz allmählich gingen die Fotografen dazu über, im Studio eine aufgelockerte Atmosphäre darzustellen, bei der sie von der Frontalposition des Paares abwichen.

Je nach der Beschaffenheit des Kleides etwa ergab es sich auch, dass die Braut sogar auf dem Boden saß - umgeben von ihrem Traum aus weißer Spitze. Oder aber man bezog verschiedene Accessoires wie etwa den Blumenstrauß mit ein. Zumindest wurde das Paar als Paar fotografiert und nicht mehr wie zwei zufällig nebeneinander stehende Personen.

Später gingen die Hochzeitsfotografen dazu über, das Brautpaar auch in der freien Natur abzulichten, auch wenn es sich anfangs lediglich um eine entsprechende Kulisse im Studio handelte. Aber der Bann war gebrochen, und weitaus natürlichere Fotos konnten entstehen. Bei den besonders gelungenen bewies der Fotograf auch eine intuitive Menschenkenntnis, die es ihm erlaubte, das Paar bei vielleicht gestellten, aber zumindest natürlich wirkenden typischen Bewegungsabläufen abzulichten.

Dies macht auch heute einen guten Hochzeitsfotografen aus. Gestellte und steife Bilder will niemand mehr haben. Ob man dabei so weit geht, wie einzelne progressive Hochzeitsfotografen, die das Paar im Schlamm toben zu lassen, mag jeder für sich entscheiden.

Überdies sollte sich jedes Brautpaar überlegen, ob es den Hochzeitsfotografen lediglich für ein paar Bilder zwischen Zeremonie und Feier haben möchte, oder ob er auch beim Standesamt, in der Kirche und während der Festlichkeit Fotos machen soll.

Während der Feier greifen viele gerne auf einen Gast zurück, der leidlich gut mit der Kamera umgehen kann. Er ist zwar tatsächlich in der Lage, bei der Hochzeitsfeier gelungene Schnappschüsse zu machen; aber diese Aufgabe dürfte ihn wohl kaum erfreuen. Besser ist es da, einen Profi zu engagieren, der nicht nur die Trauung selbst fotografiert, sondern auch anschließend für einen bestimmten Zeitraum auf dem Fest erscheint.

Es ist übrigens wichtig, dass tatsächlich sämtliche Gäste mehrmals abgebildet sind, damit sich niemand zurückgesetzt fühlt. Für die Brautleute ist es eine schöne Aufgabe, später - vielleicht zusammen mit den Danksagungen - jedem in paar ausgewählte Bilder zu schicken - für die Eltern darf es gerne ein komplettes Album sein.

Foto: by Ernst Rose /pixelio.de

 

 

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